DDR-Aufarbeitung mit Zeitzeugen

Die Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen galt als eines der gefürchtetsten Gefängnisse in der DDR. Heute werden in der Gedenkstätte Führungen von Zeitzeugen angeboten. Dieses Zeitzeugen-Projekt wird nicht überall wohlwollend aufgenommen.

Reichen die Schilderungen von Zeitzeugen?

Ein wissenschaftlich fundiertes DDR-Bild kann man von den Schilderungen der Zeitzeugen nicht erwarten, meint der Potsdamer DDR-Historiker Jürgen Angelow. Dies ist ein Grundproblem der Oral-History. Der Leiter der Gedenkstätte Hubertus Knabe gibt zu verstehen, dass die Schilderungen von Zeitzeugen nicht ausreichen. Deshalb gibt es in der Gedenkstätte eine ständige Dokumentation, die wissenschaftliche Basisinformationen liefert. Das Konzept des Einbeziehens von Zeitzeugen in die Gedenkstätte zahlt sich aus, was die jährlich wachsenden Besucherzahlen zeigen.

Zeitzeugen in der Aufarbeitung der DDR Geschichte

Der Stasi-Unterlagen-Beauftragte der Bundesregierung und Zeitzeuge Roland Jahn war in der DDR als Oppositioneller in Hohenschönhausen inhaftiert. Die Haftanstalt wurde in den 90er Jahren in eine Gedenkstätte umgewandelt. Das Besondere ist, dass ehemalige Häftlinge die Besucher durch die Räume führen. Sie erzählen den Besuchern ihre Geschichte der Inhaftierung. Roland Jahn findet das gut. Er hält die Verfolgung in der DDR für noch noch nicht aufgearbeitet. Wichtig ist außerdem, dass die Zeitzeugen, indem sie von Ihren Erlebnissen erzählen, ihre eigene Geschichte aufarbeiten und sie sich von der Seele reden können.

Der Zeitzeuge Jürgen Litfin

Der Zeitzeuge Jürgen Litfin ist der Bruder des ersten Maueropfers Günter Litfin an der deutsch-deutschen Grenze 1961. Er hat ein Buch über die Verfolgung durch die Kommunisten geschrieben und es wird ihm vorgeworfen, eine sehr subjektive und ungenaue Darstellung der Geschehnisse verfasst zu haben. Die Geschichte seines Bruders kann man auch im Mauerparkmuseum in einer wissenschaftlich aufgearbeiteten Version nachlesen. Zeitzeugen, die Opfer der Verfolgung durch die Staatssicherheit in der DDR wurden, werden immer älter und immer weniger. Es stellt sich die Frage nach der Wichtigkeit von Zeitzeugen in der Aufarbeitung der DDR-Geschichte.

 Bildquelle: Hajotthu, Wikipedia