Erich Honecker war ein deutscher Politiker. Er war Kommunist und bis kurz vor dem Zusammenbruch der DDR Staatsratsvorsitzender.

Die frühen Jahre des Erich Honecker

Erich Honecker wurde 1912 in Neunkirchen an der Saar geboren. Er wurde schon im Alter von zehn Jahren Mitglied der Kommunistischen Kindergruppe in Wiebelskirchen. Nach der Schulzeit fand Erich Honecker nicht sofort einen Ausbildungsplatz und arbeitete zwei Jahre lang bei einem Bauern in Pommern. Seine anschließend begonnene Lehre als Dachdecker brach er aber, als er vom KJVD zum Studium an der Internationalen Lenin-Schule der Kommunistischen Jugendinternationale nach Moskau gerufen wurde.

Erich Honecker und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Als das Saargebiet 1935 dem Deutschen Reich angeschlossen wurde, floh der Anschlussgegner Erich Honecker zunächst nach Frankreich. Er kam jedoch kurz darauf unter dem Decknamen ‘Marten Tjaden’ wieder nach Berlin zurück. Er arbeitete im Widerstand mit dem KPD-Funktionär Herbert Wehner zusammen. Erich Honecker wurde im Dezember 1935 von der Gestapo verhaftet, im Gefängnis Moabit in Untersuchungshaft festgehalten und 1937 zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 6. März 1945 gelang Erich Honecker bei einem Bombenangriff die Flucht.

Nachkriegszeit und Karriere in der DDR

Nach dem Krieg folgte Erich Honecker der Gruppe Ulbricht und wurde im Jahr 1946, nach dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD, Mitglied der SED. Nach innerparteilichen Auseinandersetzungen in Verbindung mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 schlug sich Erich Honecker offen auf die Seite von Walter Ulbricht, den die Mehrheit des Politbüros zu stürzen versuchte. Er wurde Sicherheitssekretär und war maßgeblich am Bau der Berliner Mauer beteiligt. Als Walter Ulbricht von Leonid Breschnew zum Rücktritt gezwungen wurde, trat Erich Honecker am 3. Mai 1971 dessen Nachfolge an. Als die größten außenpolitischen und diplomatischen Erfolge Erich Honeckers gelten die Aufnahme der DDR als Vollmitglied in die UNO und der Grundlagenvertrag mit der BRD. Obwohl die DDR in den 80er Jahren mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, genoss Erich Honecker vermehrt internationale Anerkennung, insbesondere durch seinen Besuch in der BRD am 7. September 1987.

Krankheit und Rücktritt Erich Honeckers

Erich Honecker war mit der Perestroika Politik Gorbatschows und der Öffnung zum Westen hin nicht einverstanden. Außerdem plagte ihn ein vermeintliches Krebsleiden. Das Politbüro versuchte, ihn zum Rücktritt zu bewegen. Im Oktober 1989 wurde dann öffentlich der Rücktritt Erich Honeckers aus gesundheitlichen Gründen verkündet.

Erich Honecker starb 1994 im Exil in Chile, wohin er floh, nachdem er per Haftbefehl wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze gesucht wurde.