Im Jahr 2009 wurde mithilfe des Bundesministeriums des Innern und der deutschen Bundesländer das Zeitzeugenportal der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gegründet. In diesem Online-Portal können Journalisten Kontakt zu Zeitzeugen aufnehmen, die die Ära der deutschen Teilung und deren Überwindung miterlebt haben. Auch Lehrern in Schulen und außerschulischer Bildungsarbeit wird mit dem Zeitzeugenportal geholfen. Zeitzeugen können zu Bildungsveranstaltungen und Unterrichtsprojekten eingeladen werden. Thematische Schwerpunkte sind der Volksaufstand des 17. Juni 1953, die innerdeutsche Grenze und der Mauerbau, sowie die friedliche Revolution und die deutsche Einheit. Zu diesen Themen werden neben einer Zeitzeugendatenbank auch kompakte Unterrichtsmaterialien und didaktische Konzepte angeboten.

Aufbau und Struktur des Zeitzeugenportals

Das Zeitzeugenportal ist in einen Zeitzeugenbereich und einen Ressourcenbereich gegliedert. Im Zeitzeugenbereich gibt es die, teilweise frei zugängliche, Zeitzeugendatenbank. Für einen vollständigen Zugang ist eine Registrierung erforderlich. Privatpersonen können sich nicht registrieren. Die Registrierung ist Vertretern von schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit und Medienleuten vorbehalten. Die Zeitzeugen werden mit einem Kurzporträt und Fotos vorgestellt. Im Ressourcenbereich kann man Unterrichtsmaterialien, Bücher und Filme zu den Schwerpunktthemen finden. Ausgewählte Links verweisen auf Angebote der wichtigen Institutionen der historisch-politischen Bildungsarbeit in Deutschland. Außerdem gibt es einen historischen Kalender, der jeden Tag an Ereignisse “Heute vor 50 Jahren” erinnert.

Die Geschichte des Zeitzeugenportals

Das Zeitzeugenportal ist das Ergebnis kontinuierlicher Gespräche zwischen der Bundesstiftung Aufarbeitung, der Staatskanzlei Sachsen und dem Bundesministerium des Innern, die 2007 aufgenommen wurden. In einem Schreiben von Rainer Eppelmann im August 2007 an alle Ministerpräsidenten wurden die Bundesländer darum gebeten, den Geschehnissen von 1989/90 besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Es wurde gleichzeitig angeboten, dass die Bundesstiftung Aufarbeitung als Kooperationspartner für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stehen würde. Im Oktober 2007 nahm die Ministerpräsidentenkonferenz diese Anregungen auf und beauftragte den Freistaat Sachsen zum Aufbau eines Online-Portals für Zeitzeugen und mit der Bundesstiftung Aufarbeitung in Verbindung zu treten.

Das Zeitzeugenportal soll jungen Menschen, die die SED-Diktatur nicht aus eigenem Erleben kennen, jene veranschaulichen und ‘Erinnerungsbrücken’ bauen.