In der Sendung Heimatjournal vom rrb werden regelmäßig Kieze in Berlin, Landschaften in Brandenburg und deren Bewohner und Zeitzeugen vorgestellt. In der nächsten Sendung besuchen die rbb-Journalisten die Frieling-Autorin und Zeitzeugin Brigitte Marquardt.

Zeitzeugen-Spurensuche in der Meisenstraße in Berlin-Dahlem

“Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan” wird die Sendung am 22. Oktober 2011 heißen und diesen Berliner Bezirk in Augenschein nehmen. Es werden in der Sendung besondere Orte und interessante Persönlichkeiten vorgestellt. Die Jounalistin Carla Kniestedt wird mit der Kunsthistorikerin, Zeitzeugin und Autorin Dr. Brigitte Marquardt sprechen. Der Zeitzeugenbericht von Frau Marquardt, welcher im Frieling-Verlag Berlin erschien, heißt “Berlin-Dahlem Meisenstraße”. Er gab der Sendung ihren Namen.

Ein Zeitzeugen-Bericht aus dem vornehmen Bezirk Dahlem

Die Zeitzeugin Brigitte Marquardt verbringt eine glückliche Kindheit im großbürgerlichen Elternhaus in der Meisenstraße in Dahlem. In der Nazizeit wird diese Idylle abrupt beendet. Wegen ihrer Äußerungen zum versuchten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wird gegen sie ein Hochverratsverfahren angestrengt. Nach der entscheidenden Schlacht um Berlin wurde das elterliche Haus erst von  der russischen und danach von der amerikanischen Militärverwaltung in Beschlag genommen. In dem spannenden Zeitzeugenbericht beschreibt sie das Zusammenleben mit  der Familie und amerikanischen Besatzungsoffizieren. Brigitte Marquardt gründete selbst eine Familie. Ihr Mann arbeitete sich zu einer bedeutenden Position in einem deutschen Unternehmen empor. Die Memoiren Brigitte Marquardts sind ein bewegendes Zeitzeugen-Dokument einer starken jungen Berlinerin.

Prof. Ingo von Münch über den interessanten Zeitzeugen-Bericht

Was das Buch zu etwas Besonderem macht, ist – abgesehen von dem originalen Tagebuch vom Frühjahr 1945, das die Besetzung Dahlems durch die Russen schildert – der Bericht von dem Hochverratsverfahren, das sich das junge Mädchen durch unbedachte Äußerungen nach dem Attentat auf Hitler zuzieht. Durch Bestechung gelingt es den Eltern, den zuständigen Gestapo-Beamten zur Beendigung des Verfahrens zu veranlassen. Auch die Requirierung des elterlichen Hauses durch die Amerikaner, sowie das jahrelange Zusammenleben mit fünf amerikanischen Offizieren sind farbig und interessant dargestellt.”

Zeitzeugen im rrb-Heimatjournal

Die Sendung ‘Berlin-Dahlem, Meisenstraße, Leute hier und nebenan’ wird am Samstag, den 22. Oktober 2011 um 19:00 Uhr ausgestrahlt.