Zeitzeugen berichten von der deutschen Teilung

Im August jährte sich der Mauerbau bereits zum 50. Mal. Um die Geschehnisse zwischen den Jahren 1945 und 1989 nicht zu vergessen und die Stimmen der Zeitzeugen nicht verstummen zu lassen, initiierten der ZDF-Historiker Prof. Guido Knopp, sowie der Stern-Journalist Hans Ulrich Jörges das Projekt “Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation”. Darin werden Zeitzeugen von ihrem damaligen Alltag in Ost und West berichten. Idee des Projektes ist die Dokumentation von Zeitzeugenberichten in einem Online-Archiv. Die Berichte von Zeitzeugen zu großen historischen Ereignissen sind unverzichtbar. Nur durch eine detaillierte Dokumentation können auch nachfolgende Generationen von den Geschehnissen erfahren. Denn schließlich dürfen die Autobiographien unserer Zeitzeugen nie in Vergessenheit geraten.

Der “Jahrhundertbus” auf dem Weg zu Zeitzeugen

Auf dem Weg zu ausgewählten Zeitzeugen und deren Autobiographien ist der “Jahrhundertbus” in den nächsten Wochen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze unterwegs. Ebenfalls mit an Bord sind zwei Redakteure, sowie ein mobiles Fernsehstudio. In jeweils halbstündigen Interviews berichten Zeitzeugen von ihrem Leben auf der jeweils anderen Seite. Die eingefangenen Zeitzeugenberichte werden anschließend für jedermann auf der Online-Plattform des Projektes veröffentlicht. Ziel ist, bald schon mehrere Interview-Busse durch Deutschland fahren zu lassen. Interessierte Zeitzeugen können zudem auch eigene Berichte online einstellen lassen. Im bildungspolitischen Kontext soll sich das Online-Archiv vor allem einen Weg in die Schulen und Universitäten ebnen und dabei Schüler und Studenten bei der Nachbereitung deutscher Geschichte unterstützen.

Zeitzeugen und ihre Unterstützer

Mit insgesamt vier Redakteuren ist das Team zur Auswertung der Zeitzeugeninterviews noch ein recht überschaubares. Noch ungewiss ist dabei, nach welchem Schema und mit welchem Objektivitätsgrad die Inhalte der Zeitzeugenberichte veröffentlicht werden und wie die Bürger dieses Angebot wahr- bzw. aufnehmen werden. Auch wenn der finanzielle Rahmen des Projektes mit zunächst zwei Millionen Euro eher gering scheint, kann bereits vor dem Startschuss auf eine beachtliche Sponsorenliste verwiesen werden. So stellt der Internetriese Google Deutschland die Technologie der Internetplattform. Zahlreiche weitere Sponsoren unterstützen das Projekt. Schirmherr des Zeitzeugen-Projekts “Gedächtnis der Nation” ist kein Geringerer als Bundespräsident Christian Wulff.