Zeitzeugen sind Personen, die eine historische Begebenheit selbst miterlebt haben. Im Verlauf der Zeit wird es immer schwieriger, Zeitzeugenberichte festzuhalten, da die Ereignisse immer weiter in die Vergangenheit rücken.

Wie man Zeitzeugen findet

Es bietet sich zunächst die Presse als Organ zum Auffinden von Zeitzeugen an. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen. Eine Zeitungsannonce ist eine Möglichkeit, mit Zeitzeugen in Kontakt zu treten. Man kann aber auch einen kurzen Aufruf in der örtlichen Presse starten, in dem man sein Anliegen deutlich macht. Das Verteilen von Handzetteln oder eine Anzeige an den Pinnwänden öffentlicher Behörden bietet sich außerdem an, um erfolgreich Zeitzeugen zu finden. Man kann auch ein Altenheim, eine Altenbegegnungsstätte oder ein Vereinslokal besuchen. Wenn man Zeitzeugen zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Perspektive sprechen will, lohnt es sich natürlich immer, die entsprechenden Institutionen aufzusuchen. Bei größeren Institutionen hilft es, zunächst einen Brief oder eine Mail mit dem Anliegen zu schicken, dann telefonisch einen Ansprechpartner zu finden und schließlich einen Termin zum Gespräch zu vereinbaren.

Die Auswahl der Zeitzeugen

Da nicht jeder Zeitzeuge über Alles Bescheid weiß, sollte man sich genau überlegen, welcher Personenkreis für das jeweilige Thema in Frage kommt. Dies grenzt die Recherche schon etwas ein. Dann empfiehlt es sich, auch einmal im näheren Umfeld bei Verwandten und Bekannten Erkundigungen anzustellen. Es hilft oft, sich an ältere Menschen aus Parteien und Gewerkschaften zu wenden. Natürlich kommen nicht alle älteren Menschen als Zeitzeugen für alle Themen in Frage. Es ist wichtig, dass sie aus ihrem eigenen Erleben etwas zum Thema beitragen können und möchten.

Folgende Punkte sollten beachtet werden, um ein ausgewogenes Bild von der zu untersuchenden Epoche und dem spezifischen Ereignis zu bekommen.

  • Es ist oft ratsam, Zeitzeugen aus verschiedenen Generationen zu befragen, da Ihre Wahrnehmungen sehr unterschiedlich sein können.
  • Außerdem kann es sinnvoll sein, Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zu befragen, denn ein Unternehmer hat ein bestimmtes Ereignis wahrscheinlich anders als ein Arbeiter wahrgenommen.
  • Man sollte auch die unterschiedlichen Blickwinkel in politischer, weltanschaulicher und religiöser Hinsicht zur Differenzierung berücksichtigen.
  • Natürlich ist immer die Fragestellung zu berücksichtigen, die man sich zur Orientierung erarbeitet hat. Diese sollte immer als Richtungsweiser dienen. Soll die Fragestellung im Verlauf nicht stark geändert werden, empfiehlt sich eine gründliche Recherche der Interviewpartner.

Dank des Internets ist es inzwischen um einiges leichter, Zeitzeugen zu finden, um mit ihnen ein Interview durchzuführen. Eine wohlüberlegte Auswahl ist jedoch auch bei Internet-Bekanntschaften wichtig.