Unterscheidung von Zeitzeugeninterviews

Man unterscheidet zunächst zwischen dem thematischen und biographischen Zeitzeugeninterview. Im Letzteren berichtet der Zeitzeuge aus seinem Leben bzw. von einem Lebensabschnitt. Im thematischen Zeitzeugeninterview wird nach zeitlich begrenzten Sachverhalten gefragt.

Inhaltliche Vorbereitungen vor dem Zeitzeugeninterview

Zunächst müssen das Thema, die Zeit und der historische Kontext erarbeitet werden.
Es muss ein Fragen-Katalog oder ein Leitfaden für das Zeitzeugeninterview erstellt werden. Dies hilft, das Gespräch zu strukturieren und die Ergebnisse mit anderen Zeitzeugeninterviews in der Auswertungsphase vergleichen zu können.

Organisatorische Vorbereitung vor dem Zeitzeugeninterview

Zeitzeugeninterviews werden in der Regel auf Video und/oder Tonträgern festgehalten. Die dafür benötigten Geräte müssen vor dem Gespräch auf ihre Funktion überprüft werden und es muss außerdem dafür gesorgt werden, dass genügend Aufnahmematerial zur Verfügung steht.
Es empfiehlt sich, das Zeitzeugeninterview in der Wohnung des Gesprächspartner durchzuführen, da sich Letzterer in seiner gewohnten Umgebung wohler fühlt. So kann die Qualität des Interviews gesichert oder sogar verbessert werden.

Ablauf und Dauer des Zeitzeugeninterviews

Bevor man mit dem Zeitzeugeninterview beginnt, sollte man sich vergewissern, ob der Zeitzeuge damit einverstanden ist, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. Das Zeitzeugeninterview sollte nicht über einen zu langen Zeitraum geführt werden, da es insbesondere für ältere Menschen anstrengend und emotional belastend sein kann. Das Gespräch sollte maximal 90 Minuten dauern und gegebenenfalls kann ein weiterer Termin vereinbart werden. Letztendlich soll das Gespräch für alle angenehm und informativ sein.

Auswertung und Präsentation des Zeitzeugeninterviews

Nach dem Termin muss das Gespräch schriftlich übertragen werden und eventuell mit ähnlichen Zeitzeugeninterviews verglichen werden, um etwaige Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten zu können.
Des Weiteren können die Aussagen kommentiert und zusammengefasst werden, um dann in den Kontext eines Gesamtthemas gestellt zu werden.
Zum Schluss können die aufbereiteten Zeitzeugeninterviews auf vielfältige Weise präsentiert werden. Hier bieten sich CD-ROM, DVD, Ausstellung oder Internetseiten an.

Mit Zeitzeugeninterviews erfahren wir mehr über unsere Geschichte. Sie gestatten uns einen Blick auf Ereignisse durch die Augen von Menschen, die wirklich dabei gewesen sind. Insbesondere die jüngere Generation, welche die damaligen Zeiten oft nur aus sachlichen Geschichtsbüchern kennt, hat so eine Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern.