Die Berliner Mauer aus DDR-Sicht

Nach der Errichtung der Berliner Mauer machten DDR-Soldaten Bilder, um ihren Bau und Verlauf festzuhalten und damit fotografische Zeitzeugnisse zu schaffen. Einziges Motiv dieser Fotos waren die Berliner Mauer und die auseinandergerissene Stadt: Beton, zugemauerte Häuser, aufgeschichtete Steine und Stacheldraht.
Trotzdem war es die Aufgabe der Grenztruppen, den Zustand, in dem sich die Berliner Mauer Mitte der 1960er befand, aufzunehmen und für das Regime zu dokumentieren. So entstanden die faszinierenden Bilder, welche die gesamten 43,7 km des Mauerverlaufs auf Ost-Berliner Seite festhielten.

Wiederentdeckte Berliner Mauer

Es entstanden ungefähr 1200 Einzelnegative, auf denen jeder Meter der Berliner Mauer zu sehen ist. Doch als wäre das nicht genug, handelt es sich dabei nicht nur um normale Fotoaufnahmen, sondern um Panoramen, die weite Landstriche einfangen. Noch nie gab es solche Mengen an Aufnahmen der Berliner Mauer von der Ost-Seite her.
Im Laufe der Jahre sind diese jedoch in Vergessenheit geraten. Nun, wo die Mauer schon in den Geschichtsbüchern steht, haben der Fotograph Arwed Messmer und die Autorin Annett Grönschner die vielen Aufnahmen und Zeitzeugnisse wiedergefunden, als sie Anfang der 90er bei der Recherche waren. In einem Pappkarton des militärischen Zwischenarchivs Potsdam waren die Berliner Mauer Bilder, welche bis zur Wende unter Geheimhaltung standen, nachlässig beiseite gestellt worden.

Berliner Mauer Ausstellung

Der unglaubliche Fund des Fotographen und der Autorin wird nun in Berlin in der Ausstellung ”Aus anderer Sicht. Die frühe Berliner Mauer” (zur Ausstellung: www.aus-anderer-sicht.de) gezeigt. Noch bis zum 3. Oktober diesen Jahres können die eindrucksvollen Bilder betrachtet werden. Zusätzlich zur Ausstellung ist auch ein Buch entstanden.
Einige Panoramen der Berliner Mauer sind auch schon auf der Internetpräsenz der Ausstellung zu entdecken:
Bilder der Mauer auf www.aus-anderer-sicht.de/panoramen.html

Auch jetzt, 50 Jahre nach dem Mauerbau, tauchen noch immer neue, interessante Objekte aus den Zeiten der Berliner Mauer auf und präsentieren die Werke von Zeitzeugen, die Anderes im Sinn hatten.