John F. Kennedy in Deutschland: “Ich bin ein Berliner”

John F. Kennedy besuchte zum 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke, am 26. Juni 1963, West-Berlin. Vor dem Rathaus Schöneberg stand er neben dem damaligen Bürgermeister Willy Brandt und hielt seine berühmte Rede. Kennedy drückte damit seine Unterstützung, die er den Deutschen als alliierte Schutzmacht entgegen bringen wollte, aus. Der Satz “Ich bin ein Berliner” kam zweimal in seiner Rede vor und ging in die Geschichte ein.

 

Ausschnitte aus der Originalrede John F. Kennedys:

“Two thousand years ago the proudest boast was: Civis Romanus sum. Today, in the world of freedom, the proudest boast is “Ich bin ein Berliner.”
“Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz: Ich bin ein Bürger Roms. Heute, in der Welt der Freiheit, ist der stolzeste Satz: Ich bin ein Berliner.”

“All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words: Ich bin ein Berliner!”
Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner!”

 

Zum Leben:

John F. Kennedy

John Fitzgerald Kennedy erblickte am 29. Mai 1917 in Massachusetts das Licht der Welt. Damit wurde Kennedy der zweitälteste Sohn von Joseph P. und Rose Fitzgerald Kennedy.
Der privilegierte John F. Kennedy zog in seiner Jugend von einer Stadt in die nächste, da sein Vater Inhaber eines Investment-Unternehmens war. Aus diesem Grund besuchte er die unterschiedlichsten Privatschulen in Massachusetts, New York und letztendlich auch in Wallingford, Connecticut. Dort machte der junge Kennedy 1935, trotz einiger gesundheitlicher Probleme, seinen Abschluss.
Sein Vorhaben, sich nun an der London School of Economics für ein Studium der Volkswirtschaftslehre einzuschreiben, wurde von einer Krankheit jäh unterbrochen. Auch sein Versuch, sich an der Princeton University anzumelden, scheiterte an einer Krankheit.
Diesmal war es die Gelbsucht.

Erst 1936 schaffte Kennedy den Studienbeginn. An der Harvard University studierte er von 1936 bis 1940 Politik. Die Zeit seines Studiums nutze er zum Reisen durch Amerika und nach Europa. In seinem Reise-Tagebuch notierte er die Geschehnisse und kommentierte die politische Lage kurz vor Ausbruch des Krieges in Europa.
Doch auch die Krankheitsgeschichte John Kennedys ging weiter. Einige Darmentzündungen brachten Ärzte dazu, ihm Steroide zu verschreiben, die jedoch keine Linderung, sondern starke Osteoporose an der Lendenwirbelsäule hervorriefen.

Trotzdem konnte Kennedy 1936 seine Senior Thesis mit Hilfe seines Vaters, der jetzt Botschafter der Vereinigten Staaten war, und dem Britischen Botschafter, Lord Lothian, schreiben. Seine Abschlussarbeit las sich letztendlich wie eine Verteidigung eines Premierministers. So kam Kennedy 1940 auf die Idee, seine Senior Thesis als Buch mit dem Titel “Why England slept” zu veröffentlichen.

1941 ging John F. Kennedy freiwillig zur US-Armee. Trotz vieler gesundheitlicher Probleme, wie zum Beispiel der Osteoporose seines Rückens, wurde er mit Hilfe seines Vaters bei der US-Marine angenommen. Nach Ausbildungsabschluss wurde er zum Kommandant eines Schnellboots. Nach einem Unfall, der für einige Crewmitglieder tödlich endete, erhielt Kennedy für die Rettung anderer Besatzungsmitglieder die “Navy and Marine Corps Medal” und wurde als Kriegsheld gefeiert.

Mit dem Tod des älteren Bruder von John, Joseph Kennedy († 1944), begann er sich für das Ziel, Präsident zu werden, zu engagieren.
Nach einiger Arbeit schaffte er es im November 1952, Senator in Massachusetts zu werden. 1956 scheiterte Kennedy bei seinem ersten Versuch zur Kandidatur für das Amt des Vizepräsidenten. Doch er gab nicht auf und wurde erneut Präsidentschaftsbewerber im Jahr 1960. Die Wahl am 8. November gewann John F. Kennedy knapp gegen den Republikaner Richard Nixon.

Kennedy war Mitglied der Demokratischen Partei und der 35. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Regierungszeit begann 1961 und endete 1963. Damit war er der jüngste US-Präsident aller Zeiten. Obwohl die Amtszeit Kennedys nur 1036 Tage kurz war, so geschahen doch viele große außenpolitische Ereignisse währenddessen: Die Kubakrise, die Ankündigung der Mondlandung und der Bau der Berliner Mauer.

Unter umstrittenen Umständen starb John F. Kennedy am 22. November 1963 durch ein Attentat in Dallas, Texas.

Anmerkung eines Lesers:

Richtig ist:

Theodore Roosevelt (*27. Oktober 1858, vereidigt: 14. September 1901) war zum Zeitpunkt seiner Vereidigung acht Monate jünger als Präsident Kennedy (*29.05.1917, vereidigt: 20.01.1961).

Der Unterschied war lediglich, daß Roosevelt nach der Ermordung Präsident McKinley’s in das Amt nachrückte. Kennedy ist somit bis heute in der Tat der jüngste gewählte Präsident der USA. Auch könnte man sagen: „Er war der jüngste Präsidentschaftskandidat“.

Vielen Dank Herr Peter Engels (Infoportal-Kennedy – Anm. der Redaktion)

Weitere Links zu John F. Kennedy:

Kennedys Biographie in Englisch:
www.whitehouse.gov/about/presidents/johnfkennedy

Mehr zum Zitat “Ich bin ein Berliner”:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_bin_ein_Berliner

Audiodateien zur Rede:
Erstes Vorkommen von “Ich bin ein Berliner”
Komplette Rede Kennedys