Wir waren Nachbarn

 

Seit Ende des vergangenen Jahres hat die Zeitzeugen-Ausstellung “Wir waren Nachbarn” im Berliner Rathaus Schöneberg wieder geöffnet. Das Kunstamt Tempelhof-Schöneberg unterstützt als Initiator und Veranstalter die Erinnerungsarbeit an die verfolgten jüdischen Nachbarn in Berlin mit dieser beispielhaften Dauerausstellung im Rathaus Schöneberg. Nach einer längeren Phase der Sanierung und der engagierten Mitarbeit durch Freunde und Förderer, wie den Verein “fragdoch!”, kann die Ausstellung nun in leicht veränderter Form wieder kostenfrei besucht werden. Gezeigt werden in einer Ausstellungsinstallation die Biografien und Schicksale der jüdischen Einwohner und Zeitzeugen Berlins und ihr Leben in bewegten Zeiten.

131 Zeitdokumente, wie persönliche Fotos, Dokumente und Berichte halten die Erinnerung an die jüdische Kultur in Berlin aufrecht und erwecken das Berlin der Vor- und Nachkriegszeit zum Leben. Sowohl berühmte Berliner Persönlichkeiten, wie Künstler und Wissenschaftler, aber auch eindrucksvolle Alltagsschicksale werden in Wort und Bild erzählt und stellen damit ein lebendiges Zeitzeugnis dar. In enger Zusammenarbeit mit den persönlichen Berichten der Zeitzeugen werden Familienschicksale und zeitgeschichtliche Ereignisse verwoben und in der Ausstellung eindrucksvoll dokumentiert. Die geschilderten Themen bewegen sich von der Zeit um 1933 über das Exil, die Deportation und die Ermordung von Angehörigen. Aber auch die Zeit nach dem Holocaust wird in Bezug zur modernen Erinnerungsarbeit und deren Formen thematisiert.

Die Ausstellung wird permanent ergänzt und erweitert. Sie bleibt ganzjährig geöffnet und wird von einer Reihe Rahmenveranstaltungen begleitet. Nähere Informationen zu Öffnungszeiten finden Sie hier.

Bild: Polen, Ghetto Litzmannstadt, Deportation
(Quelle: Bundesarchiv, Bild 137-056925 / CC-BY-SA, Wikipedia)