“Wer nicht unter einem Terrorregime gelebt hat, kann sich kaum vorstellen, was meine Familie und ich in dieser Zeit an Ängsten ausstanden.”

Brigitte Marquardt

(* 15.03. 1927 Berlin-Dahlem)

Zum Leben:

Brigitte Marquardt wächst 1927 in einer großbürgerlichen Familie im vornehmen Berliner Bezirk Dahlem auf. In der ereignisreichen Zeit vor deBrigitte Marquardtm Zweiten Weltkrieg verlebt Sie in ihrem begüterten Elternhaus zunächst eine glückliche Kindheit. In den turbulenten Jahren während der Machtübernahme des Hitler-Regimes reift Brigitte Marquardt zu einer verantwortungsvollen jungen Frau heran, die mit ihrer Familie die Schrecken der Kriegsjahre übersteht.

Ihre Jugend gipfelt in einem Hochverratsverfahren, das aufgrund einer Denunziation gegen die junge Studentin angestrengt wird. Brigitte Marquardt traute sich, öffentlich ihr Bedauern über das gescheiterte Hitler-Attentat im Juli 1944 zu äußern. Aus diesem Ereignis entkam sie mit einem blauen Auge. Sie erlebt 1945 unmittelbar die Schlacht um Berlin sowie die Besatzungszeit aus nächster Nähe. Nach den Wirren des Krieges wird die Familienvilla zunächst durch die russische und danach durch die amerikanische Militärverwaltung beschlagnahmt. So lebt ihre Familie in der Nachkriegszeit jahrelang zusammen mit amerikanischen Besatzungsoffizieren auf engstem Raum.

Brigitte Marquardt lebt heute als promovierte Historikerin und Diplom-Wirtschaftsingenieurin in Bochum. Sie ist seit 1952 verheiratet und hat drei Töchter. Ihr Ehemann fing nach dem Krieg klein an und avancierte später zum Vorstandsvorsitzenden der Aral AG.

Zum Werk:

In ihrem bewegenden Zeitdokument “Berlin-Dahlem, Meisenstraße  Vom Leben einer großbürgerlichen Familie”, erschienen im Frieling-Verlag Berlin, schildert Brigitte Marquardt freimütig ihr Leben als Entwicklungsgeschichte einer starken und jungen Berlinerin. Sie verknüpft in ihrer lebendigen Erzählung eine spannende und persönliche Familiengeschichte mit zeitgeschichtlichen Ereignissen und dem Schicksal der eigenen Eltern und Großeltern. Weiterhin veröffentlichte sie als Historikerin zwei Standard-Werke zur Geschichte des deutschen Schmucks – “Schmuck. Klassizismus und Biedermeier 1780-1850″ und “Schmuck. Realismus und Historismus 1850-1895″, erschienen im Deutschen Kunstverlag. Zu diesem Thema organisierte sie mehrere Ausstellungen im Schmuckmuseum Pforzheim.

Weitere Links zu Brigitte Marquardt:

- Ihre Memoiren im Frieling-Verlag Berlin: “Berlin-Dahlem, Meisenstraße”

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